Für Mädchen*
Wir hören dir zu und unterstützen dich.
Du bestimmst selbst über deinen Körper und deine Grenzen. Du darfst jederzeit „Nein“ sagen und musst nichts tun, was sich für dich nicht richtig anfühlt.
Wenn dir etwas passiert ist: Du bist nicht schuld. Du darfst darüber sprechen und dir Hilfe holen.
Du kannst dich an eine Person, der du vertraust wenden oder zu uns in die Beratungsstelle kommen – auch gemeinsam mit jemandem den du vertraust. Du entscheidest, was du erzählen möchtest und wie oft du mit uns sprechen willst. Wir hören dir zu und unternehmen nichts ohne dein Einverständnis.
Manchmal ist es schwer zu erkennen, ob dir Unrecht geschehen ist. Diese Beispiele können dir helfen:
Sexualisierte Gewalt ist zum Beispiel, wenn …
- dich jemand berührt oder küsst, obwohl du das nicht willst.
- dich jemand zu etwas drängt oder überredet, was du nicht möchtest.
- jemand intime Fotos von dir verbreitet.
- dich jemand beschimpft, belästigt oder zu Berührungen zwingt.
- dir jemand droht, damit du Dinge machst, die du nicht möchtest.
- dich jemand festhält und zum Sex zwingt (Vergewaltigung).
Für Frauen*
Sexualisierte Gewalt ist immer eine Grenzverletzung, die Verantwortung liegt allein bei der übergriffigen Person. Viele Frauen erleben danach Selbstzweifel oder Schuldgefühle. Diese Reaktionen sind häufig. Es gibt kein “richtiges” oder “falsches” Verhalten in einer solchen Situation. Jede Reaktion ist ein individueller Schutzmechanismus und auch die Verarbeitung läuft unterschiedlich.
Wir beraten Sie kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym, unabhängig davon, wie lange das Erlebte zurückliegt oder ob Sie rechtliche Schritte gegangen sind. Gemeinsam unterstützen wir Sie dabei, Ihren eigenen Weg zu finden.
Für TIN*- Personen (trans*, inter*, nicht-binär)
Sexualisierte Gewalt kann jede*n treffen – unabhängig von Geschlecht, Identität oder Lebensrealität. Studien zeigen, dass queere Menschen besonders häufig sexualisierte Übergriffe erleben. Für trans*, inter* und nicht-binäre Personen kann die Verarbeitung solcher Erfahrungen zusätzliche Herausforderungen wie fehlendes Verständnis oder Diskriminierung im Umfeld mit sich bringen.
Sie sind nicht allein!
In unseren Beratungsstellen finden Sie einen Raum, in dem ihre Identität respektiert und Ihre Erfahrungen erstgenommen werden. Uns ist bewusst, dass Geschlecht gesellschaftlich und institutionell oft noch binär gedacht wird – auch innerhalb von Hilfestrukturen und Beratungsstellen. Wir setzen uns dafür ein, diese Binarität zu hinterfragen und sensibel mit vielfältigen geschlechtlichen Identitäten umzugehen.
Sowohl unser Frauen*notruf als auch unsere Männer*beratungsstelle stehen trans*, inter* und nicht-binären Personen offen. Sie können sich jederzeit an eine unserer Beratungsstellen oder direkt an unsere Berater*innen wenden. Ihre Geschlechtsidentität spielt in der Beratung nur eine Rolle, wenn Sie es thematisieren.
Für Männer*
In unserer Männer*beratungsstelle beraten wir Männer*, Jungen* und TIN* Personen ab 12 Jahren, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, erleben oder unsicher sind, ob ihr Erleben grenzverletzend war. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf der Männer*Beratungswebsite.
Akute Soforthilfe
Nach einer Vergewaltigung oder einem sexualisierten Übergriff ist es wichtig, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch ohne Anzeige haben Sie das Recht auf Untersuchung, Versorgung und auf Wunsch vertrauliche Spurensicherung.
Weitere Informationen zum Vorgehen finden Sie unter:
www.soforthilfe-nach-vergewaltigung.de
Informationen zur medizinischen Versorgung nach einer Vergewaltigung in Rheinland-Pfalz finden Sie unter „Vertrauliche Hilfe nach Gewalt“:
www.vetraulichehilfe.rlp.de
Wichtige Anlaufstellen im Akutfall
Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit
Universitätsmedizin
Langenbeckstraße 1
55131 Mainz
Gebäude 102
Poliklinik (Anmeldung)
Mo - Fr 8:00 - 16:00 Uhr
Telefon: 06131 172664
Notdienst (abends, Wochenenden, Feiertage)
Telefon: 06131 172615
Forensische Ambulanz
Institut für Rechtsmedizin der Universitätsmedizin Mainz
Am Pulverturm 3
55131 Mainz
Telefon: 06131 179499
Psychosoziale Prozessbegleitung
Unterstützung im Strafverfahren
Seit 2017 haben Betroffene von sexualisierter Gewalt einen gesetzlichen Anspruch auf eine psychosoziale Prozessbegleitung. Dieses Angebot ist kostenfrei.
Was bedeutet das für Sie?
Die psychosoziale Prozessbegleitung bietet Ihnen professionelle Unterstützung während des gesamten Strafverfahrens ab der Entscheidung für eine Strafanzeige. Unser Ziel ist es, die Belastungen, die mit einer Anzeige und einem Gerichtsverfahren einhergehen können, spürbar zu reduzieren.
Was wir tun
Wir informieren und begleiten Sie von der polizeilichen Vernehmung bis hin zur gerichtlichen Hauptverhandlung. Wir stehen Ihnen als feste Ansprechpartnerinnen zur Seite und
- klären über Abläufe auf (vor, während und nach der Verhandlung),
- unterstützen bei der Antragstellung,
- vermitteln an Rechtsanwältinnen und andere Unterstützungen,
- begleiten zu Terminen bei der Polizei und zu Gericht.
Dabei sind wir neutral: Das heißt, wir sprechen mit Ihnen nicht über das Tatgeschehen, sondern konzentrieren uns ganz auf Sie, die Begleitung und Informationsvermittlung.
Wenn Sie Interesse an einer psychosozialen Prozessbegleitung haben nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.
Unsere anerkannten Prozessbegleiterinnen
Emma Leonhardt und Sabine Wollstädter
